2018: Pässeballerei in Italien, Österreich und Schweiz

Tour 2, der Urlaub. Gardasee und Dolomiten ( Tour 1 unten)

Wir trailern und zwar bis zum Gardasee runter. Ich wollte den Hänger und das Auto zwar erst nördlich der Alpen abstellen und dort schon aufs Moped schwingen, machen wir jetzt aber nicht. Jacky und ich werden also mit Gespann zum Gardasee fahren. Nach Limone gehts. Dort bleiben wir 1 Woche. Danach gehts nach Wolkenstein in den Dolomiten. Touren habe ich schon gesammelt, Mopedreiseführer auswendig gelernt. Die gefahrenen Touren kommen hier drunter rein. Stay tuned

Wer die GPX Daten haben möchte, schreibt uns !

Teil 1, der Gardasee

10.8.2018, los gehts. 

Der Wecker klingelt um 05:00, die GS steht auf dem Hänger und scharrt mit den neuen Reifen. Ich spürte förmlich, dass sie los will. Weil es Freitag ist und wir ca. 750 km vor uns haben, sind wir um kurz vor 06:00 ins Auto gesprungen und haben das Pedal durch....nee, nur sacht angetippt. Ganz entgegen meiner sonstigen Fahrweise, war jetzt bei 105km/h erst mal Schluss, weil ich hinten den Hänger dran hatte. Wir hatten eine Vorahnung, nach Staus, LKW´s , Reiseverkehr und den üblichen Sommerwanndensonst-Baustellen.  Nix wars. Ok, die Baustellen kennen wir schon von vor 4 Wochen als ich mich Jürgen in den Bergen war ( siehe oben). Kaum LKW´s, die fahren fast alle 90km/h und lassen sich mit Hänger gut überholen. Wir rollten also gegen, 15:00 am Etappenziel in Kühbach ein und bezogen in der Schlosschmiede unser frisch renoviertes Zimmer. Kühles Bier und Schnitzel bzw. Schwainsbradn liessen den Abend ausklingen. 

11.8.2018, der Brenner brennt

Ich langweil euch hier nicht mit "unsere Tage am Pool oder heute schauen wir uns achwasweiß ich an", sondern in erster Linie mit Fahrtagen. Gefahren sind wir heute auch. Der Hänger wurde wieder an die BMW Zugmaschine gekoppelt und ab gings auf den Münchner Ring. "Pennen die noch alle?" Nichts los wars. An der Grenze haben wir die obligatorischen Wegelagereigebühren der räuberrischen Bergvölker in Form von Pickerl, erst gekauft und dann am Auto verklebt. ASFINAG heißt der Verein. Müßte eigentlich WVUDUDADBT heißen, sprich "Wir verdienen uns dumm und dämlich an den blöden Touristen"., sprich und 18 Eurosen sind jetzt woanders. Am Brenner angekommen gleiches Spiel. Tschüss 9,50 €. Aller Guten sind ja 3. In Italien kriegst vom Automat erst einen Zettel, den darfst du bei der Abfahrt in Euro tauschen. 17,50 weg. Dann nur noch schnell zum Zielort, nach Limone. Die enge Uferstrasse will mit so einem breiten Hänger auch erst mal genommen werden. Bei der Ankunft im Hotel treffen wir auf den Service schlechthin. Der Hänger kriegt sofort einen Platz, Ivan will beim Abladen behilflich sein, die GS kriegt einen super Platz in der Garage. Super. Ankommen, Urlaub. 

12.08.2018: auf den Monte Baldo

Die Touren, die wir hier unter die Räder nehmen, hab ich aus einem günstigen Mopedreiseführer vom Hightlights-Verlag. Hier der Einkaufslink: https://amzn.to/2wirJCV.

Die erste sollte auf den Monte Baldo gehen. Von Limone an der Uferstrasse nach Torbole. Zum Glück fährt man nicht mehr durch den Ort und es ging gleich los den Berg rauf. Enge, aber gripfähiges Strassenmaterial lies uns die ersten Kurven / Serpentinen nehmen. Ich fahr mit meiner Sozia gasreduzierter als normal. Enge Strasse am Berg heisst auch, dass die Vorraussicht eher eingeschränkt ist. Immer schön eng mit dem Koffer an der rechten Hangbepflanzung entlang. Hier kommt ein kleiner Trailer, weil Bilder mehr als langweiliges Geschreibsel zeigen.

15.08.2018  Die 3 Seentour. Diese Tour hab ich auch geklaut und zwar aus dem gleichen  Reiseführer.  10 klasse Mopedtouren am Gardasee. Der erscheint im Highlights-verlag. Hier der Link zum shoppen : https://amzn.to/2wirJCV .  Die haben allerlei zum schmöckern und nachfahren rund um den See.

Nach dem ich am Vortag noch die Lage zur Brasaschlucht und Schauderterasse gepeilt hab, war meine Frau & Sozia heute mit dabei. Drum war das Wetter auch gleich besser. Neben den 2 Punkten, die am Anfang der 175 km lagen, wollten wir uns noch den Idro- und und Ledrosee ansehen. Badzeugs war im Koffer, wir waren aber nicht im Wasser. Die Strecken waren wieder super, der ein oder andere Autofahrer störte nicht. Kurven kann man nicht genug haben. Wir kriegten reichlich. Oben in den Bergen war es auch nicht so heiß, wie am Gardasee. Die Strasse war wirklich gut zu fahren. Wenn ich ehrlich bin, sind wir die Strecke nicht so gefahren, wie das Navi es wollte, wir haben vom Idrosee über die SS240 abgekürzt und sind direkt zum Ledrosee. Der war wegen Il Sole dermaßen voller Italiener, dass wir uns den Badespaß dort nicht gegeben haben. Also direkt zurück nach Limone, eine tolle Tour ging zu Ende und wir sind ins Wasser gegangen.

16.08.2018 Nach Trento oder die 1000 Kurven. Wir konnten uns erst nicht aufraffen, wollten heute erst gar nicht los. Der Reiseführer meinte dann aber, dass wir uns die 1000 Kurven doch mal geben sollten. Es war also doch schon halb 12 durch, als wir uns auf LaStrada machten.  Nach der Anfahrt nach Arco gings rechts weg in die ersten Serpentinen. Hammer, Mega, hat das einen Spass gemacht. Wir schauben uns auf den Monte Bandone rauf, die Temperaturen gingen bis auf 17 Grad runter. Nach rauf, kommt runter, in dem Fall nach Trento. Es war nur was zum durchfahren, zum halten viel zu warm. Uns zogs wieder nach oben. 2-5 Pässe später, ich muss nachsehen wo wir genau waren, kamen wir in Revereto wieder raus bzw. runter. Es war nötig, dass wir uns  im Gardasee ein wenig abkühlten. Leider brennt es seit heute gar nicht weit weg irgendwo in den Bergen. Die fliegende Feuerwehr tankt ihre Flugzeuge alle 5 Min im See auf. Ein super Tag ging für uns mit Knocki ( was dat ?) und Grappa zu Ende.  

17.08.2018, Der Berg brennt. Der Tag sollte eigentlich kein Fahrtag werden. Seit einigen Tagen fliegen ständig Löschflugzeuge die Berge hinter uns an. Da wollte ich mal schauen, wie schlimm es ist. Ich hatte eigentlich gar nicht damit gerechnet, dass ich überhaupt was zu sehen bekomme. Das wir in Italien und nicht in Good Old Germany sind, merkte ich daran, dass ich richtig weit fahren konnte. Direkt bis zum Platz, wo die 2 Hubschrauber sich das Löschwasser holten. Ein gesamter Hang war gespickt mit kleineren und grösseren Brandnestern. Da stehste und schaust den Piloten zu, wie sie bei jeden Anflug ihren Hals riskieren. Absolut respektvoll, selbst wenn es aussah, dass die Versuche nicht wirklich was brachten. Es waren 4 Flugzeuge und 2 Hubschrauber im Einsatz. Vor dem Berg ist eine Art Hochtal, mit kleinen Gehöften, Hotels und Pensionen. Ist schon schräg, wenn man sieht, dass die Touristen weiter Tennis spielen oder mit dem Bike durch die Gegend fahren. Glücklicherweise waren wohl keine Häuser oder ähnliches in Gefahr.

Tja, wir werden uns wohl dran gewöhnen müssen, die globale Erwärmung kommt nicht, sie ist schon da.  

Teil 2, Südtirol, Sankt Christina

18.8.2018 Umzugstag. Der Urlaub hat Halbzeit. Wir fahren vom Gardasee nach Wolkenstein in Südtirol. Nur 140 km. Weil wir Urlaub und damit Zeit haben, nehmen wir nicht die Autobahn, sondern die Brenner Bundesstrasse. Eine sehr gute Entscheidung. Wenig Verkehr. Wir haben den Stau auf der Brennerautobahn gesehen. Die zahlen auch noch Geld dafür. Wir rollten gegen 14:00 in Wolkenstein vorm Hotel Florian (http://www.florian.bz.it/willkommen-im-hotel-florian.html) ein. Sehr schönes Hotel, mega nette Leute hier. Der Chef fährt selbst Moped, eine Duc. Auto, Hänger und Moped stehen in der Garage, die  Gäste werden mit allerlei Leckereien an die Leistungsgrenze gebracht.  Biker was willst Du mehr ?

19.08.2018. Das Internet ist im Florian etwas schlapp. Na gut, ich hab zu Haus 80MBit. Darf man nicht vergleichen. Egal. Wir sind die erste Tour gefahren und damit dem Vorschlag unseres Herbergsvaters gefolgt. Das Hotel hält dem geneigtem Biker eine 7 Touren-Karte bereit. Da sind km und Pässe für 14 Tage+ drin. Wir machten uns an die "Welcome-Tour # 1."Raus aus Sankt Christina, Richtung Wolkenstein. Danach geht sofort Bergauf, rauf aufs Sella Joch.

Die Aufkleber für die Koffer holen wir später, zumal die Strecke mehr als 240 km auf  den Tacho spulen sollte. Pass Podoi war das nächste Vorbeifahrziel, wir hatten "keine Zeit" zum anhalten. Das Wetter war mal wieder zum Heldenzeugen, wir konnten die super Strasse und die Landschaft genießen. Nächstes Ziel war  Alleghe, dann nach Falcade.

 

Hier kommen die Streckendetals. Schaut oben auch auf die Karte (#1) Wenn ihr die Orte so ins Navi einklöppelt, fahrt ihr die Tour genau nach. Mehr Orte braucht man nicht. Nach Falcade gings über den Passo di Valles. Tiefe Täler gewährten uns nicht immer eben solchen Einblick, da stehen so ein paar Bäume rum. Kurz hinter Bellemonte (wir sind in Bella Italia), gings nach Norden, bei Vigo links ab, erst den Karrer – und dann direkt danach den Nigerpass (nein die gibt’s da nicht, ich kann auch nichts dafür, dass der so heißt).

So dann kamen wir nach Kastelruth. Das ist er Ort aus dem diese dressierten Singvögel kommen oder sind es doch nur Spatzen. Trotz Tempo 30 haben wir die nicht gehört. Wir waren bei 130 km und uns reichte es für heute. Wir haben die Tour 1 abgekürzt und waren nach 145 km wieder an der Burg.

21.08.2018. Man soll seine Sachen auch mal fertig machen. Tour 1 war nicht fertig. Nach einem Tag Wanderung – ich weiß nicht was mehr wehtut – schwingen wir uns mehr oder weniger grazil auf die GS. Im Navi warten 206 km, die uns zuerst Richtung Brenner führen. In St. Peter geht’s „aufi“. In 2006 m Höhe warte das Würzjoch auf uns. Leider sind die Passhöhen mit allerlei Volk übervölkert, überall stehen deren Brotbüchsen rum. Also weiter. Kurz danach wechseln wir auf die Tour 4, nach Welschellen und fahren den Furkasattel an. Nix los hier, keine Autos, enge gute Strassen. Der Sattel hat ein Schild an dem jetzt die Hemmetboys kleben. Nächster Abzweiger ist Toblach. Wer Hunger hat, sollte vor Cortina d´Ampezzo eine NETTE Hütte ansteuern. Da sind ein paar nette Hütten. Wir waren vorher was essen, ohne nett und Geschmack.  Danach haben wir uns den Falzarego-Pass gegeben. Zeit für die Drohne. Die hat wieder mal ein paar Bilder eingefangen, die man sonst nicht bekommt. Kurz nach Cermadoi nach rechts in Richting Passo Pordoi. Ja den hatten wir schon, aber in der anderen Richtung. Wir hatten noch 20 km und es fing an zu regnen. Da war ein Wirziehendannmalregensachenan-Tunnel und die letzten 20km waren eben von der nassen Version. Fazit: Ein geiler Tag geht zu Ende, trotz einiger nicht blinkender, im Kreisverkehr anhaltender, an der Einmündung „ich schau bis einer kommt, nicht ob einer kommt“ Italiener. Kein Wunder, dass Deutsche oder Finnen die Ferraris fahren müssen, Sarkasmus aus.

23.08.2018. Langsam geht das Serpentinen-Geballer zu Ende. Einheimische reden jetzt von Schnee bis auf 2000m runter. Die Gewitter beginnen am Tag auch immer früher. Die Speicherkarten in den Kameras sind auch fast voll. Egal, nichts was uns heute davon abgehalten hat, die GSA aus der Garage zuholen und die Tour2 anzufahren.

Die ist im Original ca. 300 lang . Wir kürzen die ein. Wir sind es hier nun schon mehrfach hoch- und runtergefahren. Das Sellajoch. Dank Karin ( sie weiß schon, dass sie gemeint ist), kennen Jacky und ich jetzt den Unterschied zwischen einem solchen, also Joch und einem Pass. Was ? Kennt ihr nicht ? Frag mal Google.

 

Strecke: Nach dem Sella Joch also nach Canazei, in Richtung Mazzin. In Moena gehts nach links (in Fahrtrichtung) zum Passo di Pellegrino. Ob dort das Wasser auf Flaschen gezogen wird, wissen wir nicht.  Wir sind dann die erste Abkürzung nach Falcade gefahren. In Cencenighe in Richtung Agordo, weil wir auf den Passo Duran rauf wollten. Der Pass ist klasse ! Ok, die Strasse selbst nicht 100%, aber wir hatten nur 2 Autos bis zum Passhöhe oben einen Einkehrschwung um den Flüssigkeitshaushalt wieder auf Niveau zu bekommen. Da oben gibt es 2 nette Hütten. Abwärts gings.

 

In Villa wieder nach links auf den Staulanza. Super zu fahren. Erste dunkle Wolken machten sich am Himmel breit. Wir waren jetzt wieder auf Tour2 und gaben uns noch den Passo di Fedaia. Dabei erwischte uns die erste Dusche. Schottland erprobt ist das überwerfen der Plastikpelle eine Sache von wenigen Minuten. Übrigens...Mega Ausblick auf die Marmolata, die da abtauenderweise in der Landschaft steht. Gletscher = Fehlanzeige. Fast nix mehr über. Wir liefen nochmal in Canazei ein und vor dort wieder zurück an die Homebase.

Fazit: Ging etwas schleppend los, wurde dann aber besser. Passo Duran war das Highlight. wer dorr vorbei kommt. Findet den Hemmetboys Aufkleber, macht ein Foto, schickt es uns und ihr bekommt Ruhm, Ehre und einen Aufkleber.      

Alles hat ein Ende...Ein Urlaub aus dem obersten Regalbrett. Das hier kann man, muss man aber nicht...ein Fazit ziehen. Das war ein super Urlaub. Erwartungen übererfüllt. 110 Punkte. Trailern ist eine Alternative zu eckigen Mopedreifen. Temperaturen immer über 20 Grad, geile Touren / Strassen, meist gutes Essen, nette Leute kennengelernt. 2 -3 Aufkleber verklebt und kurz vorm ersten Schneefall nach Haus gefahren und das in einem Rutsch. Nach 12 Stunden liefen wir wieder zu Hause ein.


Tour 1: mit Jürgen nach Süden

Spontane Ideen sind die besten . Zu viele Stunden im Job, das Wetter ist genial und noch so lang hin bis zum Urlaub. Arbeit ist ohnehin der verzweifelte Versuch, die Freizeit zu überbrücken....Die Idee war da. Jürgen fragen, ob er auch Bock hat einfach mal los zu fahren. Eine Woche, Richtung war egal. Nix vorbuchen, einfach losfahren. Wenn das Wetter gut ist, fahren wir, sonst nicht. 

"S" steht auf dem Kompass. Wenn man sich die Karte von Deutschland ansieht, sind viele grüne Flecken zu sehen. Wir machen Flecken-Hopping quasi. Von der Homebase, an Hannover vorbei ins Weserbergland, rechts an Kassel vorbei in Richtung Rhön. Das ist die erste Tagesstrecke.  

Von dort aus soll am 2ten Tag durch den Steigerwald und Altmühltal nach Garmisch gehen. Wie sagt die Lichtgestalt: "Schau mer mal, dann säh ma scho". 

Stay tuned  

Sonntag, losfahren. Das Wetter war super. Wir sind um 09:00 vom Hof und haben die Richtung Weserbergland eingeschlagen. Auf die A7 wollten wir nicht. 480 km warteten auf uns. Es ging kaum besser. Wir sind teilweise sehr kleine Strassen gefahren, die uns an allerlei Getreidefeldern vorbei führte. Ein Kaffeestop mit lecker Erdbeerschnitte vertrieb den kleinen Hunger. In Bodenwerder trafen wir das erste Mal auf die Weser, es wurde langsam hügliger. Es ging östlich an Kassel vorbei, in Richtung Rhön. Die Temperaturen gingen nun in Richtung 25 Grad + . Die Kamera ( siehe Video hier drunter) war meine GoPro4, die am Helm montiert war.

Die erste Unterkunft hatte wir er 2 Tage vorher über www.bikerbetten.de gebucht. Das Landhotel Stern in Obererthal war eine gute Wahl, das Essen war super, der Abend klang mit einigen Bierchen aus.   

Montag, der 9.7. der Morgen wurde um 08:00 mit lecker Frühstück eingeläutet. Die Taschen kamen wieder ans Moped, der 2te Tag hatte ca. 450km für uns, die wir wieder auf den Landstrassen hinter uns bringen wollten. Nur keine Hektik . Abends hatten wir noch entschieden, wohin wir überhaupt wollten. Garmisch fiel hinten runter. Wir hatten uns Pfunds als Basis für die nächsten Tage ausgesucht. Netter Ort, der super zentral für viele Pässe liegt. Das auch noch mitten im 3Ländereck von Österreich, Schweiz und Italien. 

Wir wollten erst mal etwas Strecke machen und sind auf die A7. Aber nicht lang. Das Wetter war wieder 1a. Warm, aber nicht heiss. Irgendwann tauchten am Horizont die ersten Berge auf. Das Alpenvorland ist dermaßen schön. Leider fängt nichts diesen Geruch von frisch gemähten Gras ein. Das muss man in Tüten abfüllen und verlaufen.

Wir rollten über die Grenze nach Österreich und sind weiter auf der Landstrasse nach Landeck. Schließlich wollten wir keine Pickerl für die Autobahn kaufen. Die restlichen Kilometer zogen sich etwas, die Aussichten auf die Berge ließen die Zeit dann aber doch vergehen, wir erreichten Pfunds. Das Posthotel war gebucht und schon gezahlt.  Die Einzelzimmer waren im Nebenhaus. Es strahlte einen Charme der 80ger Jahre aus. Das Duschvorhänge immer noch zu einer Zimmerausstattung zählt, hatten wir nicht erwartet. Merke: nimm immer deinen Leatherman mit, um den Duschkopf zu justieren. Dann geht das Wasser auch dahin wo es soll.

Die Tagesabschluss-Pizza hatte gute Ausmaße und war richtig lecker. 

Zu den Mitbewohnern im Nebengebäude zählte auch eine Schulklasse, die aber rechtzeitig in die Betten gescheucht wurden, sodass wir unsere müden Augen doch recht früh schliessen konnten. 

Dienstag, der 10.7. Anwärmen. Um nicht gleich einen Brummkreisel zu kriegen, sind wir am ersten Tag erst mal nach Samnaun gefahren. Ein paar erste Serpentinen und Steigungen. Das ist zollfreies Gebiet, der Sprit extrem günstig. Also vollmachen den Hobel. Es führt nur eine Strasse vom Berg runter, mindestens mal bis zur Grenze. Dort ( siehe mein Bericht von 2015) unbedingt nach rechts, Richtung Martina abbiegen. Kurven und Tunnel vom feinsten folgen. Es ging danach zum Reschenpass, Kirche kucken, die im Wasser steht. Danach zum Ofenpass, einen meiner Lieblingspässe in der Region. Erinnert sehr an Kanada. Langgezogene Kurven, tolle Wälder. Über Martina und der Grenze gings es zurück zum Hotel. Am Abend mussten wir und davon überzeugen, dass Belgien bei der WM nicht mehr weiter kommt.    

Mittwoch, der 11.7. Der Tag sollte es dann sein. Jürgen wollte doch mal sehen/fahren, wie sich 48 Kurven auf 7km anfühlen. Das Stilfzer Joch sollte es sein. Vom Hotel sind es nur knapp 50 km bis zum Einstieg in die Pass. Erst wieder über den Reschenpass in Richtung Meran. Direkt unten machte die Kamera schlapp. Das wär doof gewesen. Es war nur der leere Akku. Wir drehten also wieder am Gas. Es stellt sich nicht die Frage, ob sondern nur wie viele Halbbekloppte man trifft. Wir hatten einen Ford Ka Cabrio vor uns, der direkt nach der Kurve anhielt, weil ein Bus entgegen kam. Direkt nach der Kurve bedeutete für uns als Nachfolger, dass wir direkt in der Kurve zum halten kamen. Wir gut ich das fand, hab ich ihm dann auch gleich erzählt. Es waren zum Glück wenig Radfahrer unterwegs, die rangen uns auf jeden Fall den Respekt ab. Die machten das freiwillig.

Kurze Pause auf der Passhöhe, nicht ohne den Hemmetboys Aufkleber (wer ihn fotografiert und ein Bild davon schickt, bekommt einen Aufkleber) auf dem Ortsschild von Bormio zu hinterlassen.

Runter gings es wieder über meinen Lieblingspass. Diesmal hielten wir sogar das der kleinen Hütte, die ich am Vortag gesehen hatte. Kaffee und was kleines zum Futtern. Dabei entschieden wir, dass es für heute noch nicht vorbei sein sollte. Vom Ofenpass aus, führt eine Tour quasi im Kreis über den Abuela und den Flüelapass. Erst Richtung Sankt Moritz, rechts über den Abuela, unten angekommen in Richtung Davos. In Davos gehts wieder rechts über den Flüela. Sehr coole Strecken. Nach ca. 300 km waren wir wieder im Hotel und mussten Abends mit ansehen, wie England aus der WM ausschied.  

Donnerstag, der 12.7. Ab- bzw. Rückreise. Der Rückweg war in 2 Teilen ein lösbare Aufgabe. "Never change a runing System". Drum haben wir wieder im Landhotel Stern nachgefragt, ob Sie Platz für uns haben. Morgens kam die Bestätigung. Das Ziel war klar. Wir machten uns auf nach Hause. Nach wie vor tolles Wetter ließ uns grinsend gen Norden fahren. Wir sind dann ca. 100km auf die Bahn, Strecke machen. Gegen 17:00 waren wir wieder in Obererthal und ließen uns durch den Küchenchef vom Landhotel Stern verwöhnen. Mit dem Ausgleich der Rechnung, kam der erste Regen unserer Tour. Platzregen für 30 min. 

Der Rest ist schnell erzählt. Am Freitag war ich um ca. 16:00 wieder zu Haus. Jürgen musste die Herausforderung Elbtunnel / bzw. Brücken voll auskosten. Alles dicht, wie immer am Freitag. 

Es war super, es ist nichts passiert, wir haben ca. 2500 km abgespult, meine neuen Reifen sind nun auch eingefahren. Das machen wir wieder. Dank an Jürgen, das waren schöne Tage.