Die Tour auf den balkan

Die Vorbereitungen

Irgendwann in letzten Jahr sagte Uwe zu mir Spanien oder Kroatien, mitkommen kannste auf jeden Fall. Nicht lang überlegen, machen. Der Juni 2022, um genau zu sein 16 Tage wird es. Wir sind zu viert und werden die volle Distanz mit unseren Mopeds hinter uns bringen. Die Anfahrt nach Österreich per Auto-Hänger-Kombi zu fahren scheiterte am zu kleinen Hänger. 

Die Durchquerung von Germany gehört schließlich auch dazu. 

 

Die Strecke mit dem POIs war schnell festgelegt, zumindest in groben Zügen. Der Point of return wird Mostar sein. Details zu den Strecken kommt mit der Zeit hier drunter. Wir werden Dich mitnehmen und jeden Tag mit Fotos und Videos hier festhalten. Stay tuned.

 

Hier kommt alles zu den Vorbereitungen für den Trip rein. 

 

Was zieh ich an?

Ich hab einiges ausprobiert. Auch hier kommt das Zwiebelprinzip zu tragen. Stiefel und Hose sind gesetzt. Im Normalfall ziehe ich meine Modeka Jacke an. Drunter hab ich seit einiges Wochen eine Prallschutzweste an. Die ist lufutg und die Protektoren sitzen da, wo sie sitzen sollen. Es sind auch mehr als in der Jacke verbaut sind.

Wenn es jetzt sehr heiß wird, kommt die Jacke in den Koffer und ein MC-Shirt über die Weste.

Wenn es kalt wird kommt eine Lage Fließpullover zum Einsatz.

Life von der Tour...kalt? Das ist der Witz der Woche. Ich hätten mal besser Platz gespart und das warme Zeugs zu Haus gelassen. 

 

GPX Daten der Tour

Hier kommen alle Tagesetappen der Tour. 2 meiner Mitfahrer kommen von der Ostseeküste, wird treffen uns an der BAB Abfahrt Bispingen. Das ist noch im Norden und zwar in der Heide. Die GPX Daten haben wir mit kurviger.de erstellt und direkt in unsere Navi´s eingespielt. Es sollte möglich sein, direkt in die Strecken "einzusteigen" und nach zu fahren. 

Die jeweiligen Übernachtungen sind alle gebucht. Die kriegen gnadenlos die 1-5 Sterne verpaßt.

Wenn Du Fragen zur Strecke hast oder Hilfe beim Erstellen Deiner Strecke brauchst, melde Dich über das Kontaktformular. 

 

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Von Zenica nach Sarajevo (81 km)
Diese sehr kurze Etappe läßt uns hoffentlich viel Zeit in Sarajevo.
1406_Zenica - Ziel Toplik15_Zaarania.gpx
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Tag 1, 09.06.2022 (450km für mich), 5,1 im Schnitt. Von Tostedt nach Oberkalbach

Die Vorfreude ist vorbei, es geht endlich los. Es ging alles in die Koffer was mitsollte. Am Treffpunkt Bispingen schien die Sonne. Claudius und Uwe waren pünktlich aus dem hohen Norden gekommen und es ging bis Kassel die A7 runter. Soweit, so unspektakulär. Die Wolken waren erst weg, dann wieder da und dunkel. Ergebnis, 20km im Starkregen und Regenklamotte testen. Für heute wars dann auch gut und wir sind in Oberkalbach eingelaufen. Ok, morgen lassen wir den Regen mal weg. 

Vollgetankt: 26 Liter für 55,85€ 

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Von der Ostsee nach Oberkalbach (total 570 km)
Der erste Abschnitt geht meist über die BAB, weil es mit 570 km ein ganz schöner Ritt ist. Bis Göttingen gehts über die Bahn, danach über Landstrasse weiter. Oberkalbach ist in der Rhön, in der Nähe der Wasserkuppe
0906_Timmendorfer Strand - Am Fennbach 1
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Tag 2, 10.06.2022 (454km heute, 870km ttl, 5,1 im Schnitt) , von Oberkalbach nach Traunreuth

Der Blick aus dem Fenster am frühen Morgen zeigt mir den blitzblauen Himmel. Ich hab nach der Megadusche von gestern auch keinen Bock mehr auf Nässe. Ich hab mich schon gewundert, dass keine der Kameras im Vollbad den Geist aufgegeben hat. 

Heute waren 450km auf der Uhr, die wird meist auf der Autobahn zubrachten. Kurz hinter Nürnberg kam Benni dazu und das Team war komplett.

Die letzten 100km konnten wir die Kurven des Voralpenlandes genießen, die Kamera liefen auf Hochtouren. Das hat schonen einen Vorgeschmack auf morgen geliefert. Heute ging es bis an den Chiemsee. Das Hotel ist ok, grosses Zimmer und ruhige Lage. Mehr braucht man nicht. Der Abend klang bei Knödel und Schweinebraten aus. Wir sind in den Bergen angekommen. 

Tanken 24 Liter für 52,-€

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Von Oberkalbach nach Traunreuth (483 km)
Wir werden in Nürnberg, Benny, unsere #4 in der Runde abholen und nach Traunreuth fahren. Hört sich nicht nur Bayrisch an, liegt auch dort, fast direkt neben dem Chiemsee. Das Stiefelweizen wird ganz sicher schmecken, wenn wie auf den Hof rollen.
1006_Oberkalbach -Traunreut,Schulstr 4.g
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Tag 3, 11.06.2022 ( 358km, 1235km ttl, 4,9 L im Schnitt), Traunreuth nach Kranj

Wir sind später als geplant bei der "Auszeit", dem Hotel unserer Wahl weggekommen. Kein Wunder, das Frühstück war sehr sehr gut. Allerlei Variationen inkl Eiern in verschriedener Form und Kakao, ebenso div wie frische Bachwaren ließen den geneigten Biker sitzen bleiben.

Irgendwann gegen 10:00 bließ ich dann doch zum Aufbruch. Auf nach Zell am See., Mittersill und der Felbertauernstrasse. Unten steht ein Schild, dass uns zeigt, dass in 21km die Mautstation (nach dem Tunnel) kommt. Die Zeit vergeht im Flug während wie die super ausgebaute Strasse nach oben fliegen. Für meine Jungs der erste Heidenspaß des Tages. Nach der Mautststation gehts runter nach Matrei und läßt den Verdacht aufkommen, dass da ein Fototapete in der Landschaft steht.

Ein weiterer Pass lädt nicht lang auf sich warten und ich krieg das Grinsen nicht unter dem Helm raus. Das Wetter, der Paß, meine BMW und ich hier. Geht kaum besser.

Nächstes Ziel der Wurzenpass mit dem Übergang nach Slovenien. Die ersten km lassen den Verdacht zu, dass hier nix neuer Asphalt drauf gekommen ist, seit dem ich das letzte Mal hier war. Da war ich ca. 13 und das ist 50 Jahre her. Vor den finalen 18% wird die Straße dann aber doch besser. Rauf wie runter eine tolle Sache mit allem was das kleine Bikerherz haben will. Ca. 35 km der restlichen 65 bringen wir auf der Autobahn zu. Geht schnell, kostet aber (siehe unten). Die Unterkunft ist erreicht und wir bekommen dann doch das erste klassische Stiefelbier der Reise. Die Chefin bringt uns dann noch zu einem Restaurant dass wir nach Pizza, Burgern und BigMama (gefüllte Hack-Dinges) und 3 Stunden wieder verlassen. Der Heimweg ist schnell erledigt und für die Verdauung haben wir auch was getan. Gute Nacht.   

 

Maut auf der Autobahn, 7 Tage für 7,50 (Motorrad)

Tanken: 13,60 für 31,86) 

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Von Traunreuth nach Kranj (375 km)
Österreich wird nur durchfahren. Es ist zwar naheliegend, den Grossglockner mit zunehmen, aber nicht logisch. Der 11.6. ist ein Samstag und wir kommen wohl gegen Mittag dort an, aber keine Lust den Blümchenpflückern hinter her zu kriechen. Drum fahren wir über den Felbertauerntunnel. Ist auch geil.
1106_4Traunreut,Ilovka 17, B&B Valjavec.
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Tag 4, 12.06, 260km, 1495km ttl, 4,6l im Schnitt, Kranj nach Sisak

Es sollte wieder ein heißer Tag werden. Das konnte uns die Wetterapp schon zeigen. Es ging von Kranj nach Sisak, eine eigentlich nicht so lange Etappe. Leider hat uns die Hitze mit 28 Grad und mehr immer wieder gezwungen Wasser zu bunkern. Der Grenzübergang von Slovenien nach Kroatien war schnell erledigt.

Wir merkten aber sofort, dass Kroatien noch einiges aufzuholen hat. Sowohl im Strassen als auch im Hausbau. In Slovenien sieht es auch alle sauber aus. Entweder sind die Häuser im Bau oder eben fertig. 
Es ging für uns aufwärts, schön zu fahren, meist durch den Wald, wenn die Strasse auch zunehmend enger wurde. An einer Kreuzung wollten 2 Navi nach links, 2 nach rechts. Kurzer Austausch über das Sena und wir fuhren nach links. Die Strasse wurde noch enger und wir erreichten einen kleinen Hof. Die nächste 30 min haben wir zur Erheiterung der ca. 12 Bewohner beigetragen. Aus der Strasse wird ein Weg mit Geröll und dann auch noch mit einem 20% Gefälle, zumindest die ersten 10m. Mir kamen Zweifel auf, ob wir diese Herausforderung hinbekommen würden. 
„Wenn es dort unten normal weiter geht, kriegen wir die Moped da schon runter.. Ich fahr mal kurz und schaue nach“
Die GSA ist genau dafür gemacht. Also die ersten Meter langsam runter. Es folgte ein normaler Waldweg und wieder Gefälle mit Schotter. „Das wird nichts“. Da half uns nicht, dass der freundliche Landwirt meinte, dass wir nach weiteren 500m auf die Strasse kommen. 
„Ich komm zurück, stellt euch mal so hin, dass ihr mir ggf. helfen könnt“, hallte es aus dem Handys meiner Mitfahrer.  
Ich erinnerte mich an die Offroad Erfahrungen und die erste Schottersteigung lag hinter mir,  also mit Gas da hoch. „Geht mal doch lieber weg, ich krieg das hin“ und oben war ich . Völlig doff war, dass keiner von uns auch nur irgendeine Kamera laufen hatte. 
Ich war klitschnass. Also zurück zur Kreuzung. Wir hätten doch rechts fahren sollen. Eine wunderbare Strasse folgte, mit Kurven an einem Fluss entlang. Irgendwie wurden die km zum Ziel aber nicht weniger. Dann wurde aus der breiten Strasse von jetzt auf gleich eine Schotterpiste. Eine sehr breite zwar, aber tiefer Schotter. 
Für die Grossenduros eigentlich keine Problem, einzig Benni mit seiner Street-KTM (Sitzposition, Lenkerbreite) musste ordentlich arbeiten. Schließlich sollte sich auch jetzt keiner abrollen. 
Auch diese Herausforderung haben wir hinbekommen. Dreckige Bikes und durchgeschwitzte Fahrer. Wir merkten, dass es heute an die Grenze geht, an unsere Grenzen um es genau zu sagen. Am Abend wurde uns schnell klar, dass wir den nächsten Tag vor allem über die Autobahn nach Bosnien-Herzegowina. fahren wurden. Erste leichte Erkäkltungssymtome machten sich bei der Mannschaft breit. Alles an Schnelltests war negativ, wir blieben positiv. 
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Von Kranj nach Sisak (260 km)
Eine etwas kürzere Strecke, die uns von Slowenien nach Kroatien bringt. Die gesamte Strecke geht über Landstrasse und zeigt uns sicher einiges was auf die Speicherkarte muss. Unser heutiges Ziel liegt an der Save.
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Tag 5, 13.06. 290km, 1785km ttl, 4,6l im Schnitt, Sisak nach Zenica

Autobahn mit  über 150km. Uns steckte der Tag vorher noch in den Knochen und wir nahmen die Grenze nach Bosnien-Herzegowina. Die gehören nicht zu EU, entsprechend war die Aus- und Einreiseprozedur wie früher. Sogar die Fahrzeugpapiere sollten vorgezeigt werden.

Welches Land gefällt uns nun weniger, Kroatien oder Bosnien-H? So richtig waren wir uns nicht einig. Häuser und Strasse sind in beiden Ländern in gleich schlechtem Zustand., obwohl die Autobahn top in Schuss und völlig leer war. Keine Wunder, ist die Idee mit der Maut hier natürlich auch angekommen. 
Nach den ersten 150 km hört die Autobahn dann auch auf und wir waren auf dem berühmt berüchtigten Auto-Put. Hier haben sich ganze Generationen von Gastarbeitern nach Haus gequält. Überholen lohnt auch nicht, kaum hast den LKW hinter dir, wartet 500m weiter der Nächste. Uwe hat uns bei den Pausen mit dem tollen Hotel in Zenica motiviert. 
Wir hatten noch ca. 3km zu fahren und was wir sahen war ein Riesen Stahlwerk. Das kann nicht sein. Doch, konnte es. Bis zum Ziel hatten wir nur noch wenige Kilometer. Umso positiver hat uns das Hotel überrascht. Das Hotel Fortuna ist ein Tip. 
Liegt an einem kleinen Bach, der „Boss“ stand als Empfangkommitee draußen und die Mopeds wurden in seiner Garage abgestellt. 
Wir waren im Eimer. Wieder. Ich konnte noch nicht mal was essen und lag um 21:00 im Bett. 
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Von Sisak nach Zenica (290km).
Und wieder kommen wir in eines neues Land, diesmal nach Zenica, was in Bosnien-Herzegowina liegt. Wenn die Planung stimmt kommen wir durch eine sehr enge Schlucht. Unsere Aufklärer werden einiges zu tun bekommen.
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Tag 6, 14.06, 85km, 1870km ttl von Zeneca nach Sarajevo

Heute sollte es doch sehr entspannt werden. Nach dem Frühstück haben wir uns Zeit gelassen, weil wir die 80km schnell hinter uns bringen würden. Zum Frühstück gehörten einige Ibu´s, verteilt auf 3 unserer Mitfahrer. "Na, Jungs, habt ihr Zug bekommen?". Wenn es zu warm ist, ist die Jacke halt auf und irgendwann ist es halt da. 

 

Weil wir nicht alle 100% fit waren, war die Autobahn die Piste der Wahl. 

Wir kamen sehr früh an und gerieten bei an Anfahrt zur Unterkunft noch mal ordentlich in schwitzen. Kopfstein oder Schotter konnten wir uns aussuchen aber nicht umgehen. Wir waren in Sarajevo! 

Ich hatte das Gefühl, dass man im Helm einen Saunaaufguss machen kann. Das Hostel liegt genau am Fluss und wird sind in 10 min in der Altstadt. Ein erster Eindruck war schnell gewonnen und einige kleine Landesspezialitäten standen auf dem Tisch. Mal sehen was der Rest des Nachmittags bringt. Viel war es nicht, ein Spaziergang durch Teile der Stadt zeigte einzelne Gebäude, die immer noch durch den Krieg gezeichnet waren. In Grünanlagen sind Grabsteine zu sehen. Wir machten uns per Google noch mal klar, wann hier der Krieg tobte und wie lang er gedauert hat. Vor dem Hintergrund der aktuellen Ereignisse kam dann doch ein sehr komisches Gefühl auf. 

Tag 7, 15.06, 81km, 1951km ttl, von Sarajevo noch Mostar. 

Das Mostar und auch der Weg dort hin zu den sehr schönen Strecken gehören würde hat uns das Navi heute schon verraten. 

Erst einmal galt es die Feuerstühle aus der zentralen Tiefgarage zu holen. Die rechnen dort nur Stundenweise ab. Umso netter war Wachpaule, der erst mal englisch konnte und uns fragte wie viele Parkbuchten wir nun belegt hatten. Eigentlich waren es 3, er gab sich aber mit der "2" zufrieden. Gefolgt von der Info: No Creditcard, no €, cash only. ..Fuc...Uwe musste es los um Landeswährung aus dem Automaten zu pressen. Die Digitaltechnik funzt wie bei uns. Alles viel Theorie. 

Bevor wir die Stadt verließen wurden noch 2 Aufkleber platziert. Einer von den HBs und einer von den Kradmeldern.

Also erst mal raus aus der Start, heute keine Autobahn, nur Landstrasse und in die Berge. Heute haben wir den Rekord geknackt. 34 Grad max. 

Nach der Hälfte der Strecke tut sich rechts erst ein Fluss dann ein riesengrosser See auf, dem wir traumhafte 30 km folgen durften. Wir wollten was trinken und auch  was essen. 

Die Mittagspause zog sich so 2 Stunden hin. Alle Drohnen waren in der Luft, wir satt und immer noch durstig. Was hier so durchläuft, mein lieber Vater. Sitze hier und schütte immer noch Wasser in mich hinein. 

Wir erreichten Mostar, dass nicht sehr gross ist. Das Hotel wurde schnell gefunden. Das beste Hotel der Tour. Ein absoluter Tip. Das VillaPark in Mostar. Freundliche Chefin, tolle saubere Zimmer. Das Stiefelbier war schnell geöffnet, ich wollte eigentlich keines. Das Teil hat mich fast direkt ins Schlafkoma verabschiedet. Wir wollten aber doch in die Stadt und uns die Brücke anschauen. Haben wir auch, von beiden Seiten und von unten. Claudius hat wenigstens die Traute und läßt seine Drohne an der Brücke einige Minuten rumfliegen. Nach dem leichten Essen und viele non-alk Getränke geht eine Super Tag zu Ende. Einzig die Hitze macht uns fertig. Ich will morgen mal im MC Shirt fahren. 

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Von Sarajevo nach Mostar (180km)
Die Streckenlänge kommt vor allem durch einen Umweg zum Neretva Stausee und der sicher coolen Strecke zu Stand. Ihr werdet sehen ob es sich lohnt. Unser Ziel Mostar wird sich auf jeden Fall lohnen.
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Tag 8, 16.06, ca.80 km, 2031km ttl, von Mostar nach Basca Voda

Von Mostar gehts an die Küste, kühler soll es nicht werden. Das war ein Katzensprung auch wenn wir wieder anders gefahren sind, als geplant. Der kurze Weg durch die Berge wurde gewählt. Leider etwas langweilig. Die Hitze hat uns wieder alles abverlangt, vor allem an der Grenze von Bosnien und Herzegowina. Da standen wir bei Ankommen hinter ca. 50-60 Blechbüchsen. Die Temperatur im Helm stieg mit unserer Ungeduld nach vorn durch zu fahren. Nicht jeder Brotdosenbesitzer hatte Verständnis für unsere Lage. Egal, wir waren wieder in der EU und liefen auf den Berghang zu, der uns die Sicht aufs Mittelmeer verstellte. Zum Glück hatte sie dort schon ein Loch reingebohrt und wir waren schnell am Ziel. Unsere Unterkunft liegt direkt am Yachthafen, hat ein Restaurant und einen Hahn aus dem kaltes  Bier kommt.

Jetzt ist erst mal 3 Tage Pause, bevor es die  traumhafte Küstenstrasse nach Norden geht.  

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Von Mostar nach Baska Voda (133 km)
Jetzt kommt die Badehose raus. Wir kommen an die Küste und nehmen die ersten Kilometer der sagenhaften Küstenstrasse unter die Räder.
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Tag 1

1, 19.06, ca 140km, 2171km ttl,  von Basta Coda nach Sibenik

2 volle Tage nichts machen ausser, schlafen, essen, schwimmen gehen. Das haben wir gebraucht und zwar alle. Auch und vor allem um uns soweit auszu kurieren. Wir sind ab heute steil in Richtung Norden unterwegs. Die Etappe gehört sicher zu den Highlights der Reise, führt sie uns doch immer an der Küste entlang. Wir 4 werden heute nicht viel am Hahn ziehen um die Aussichten zu genießen und auch einiges auf die Speicherkarte sichern.

 

Wir sind am Ziel angekommen, das mit Sibenik im Navi stand. Gleich nach der Abfahrt schraubten wird uns in die Berge um eine  möglichst tolle Aussicht auf den 140 km zu erwischen. Es war leider nur von kurzer Dauer. 60% der Strecke war langweilig, 20% war Durchschnitt, die 20% die richtig spektakulär waren, waren eigentlich zu wenig. 

 

Eine spontane, aber lange Mittagspause weckten die Lebensgeister wieder. Im Schatten, einen Kaffee oder Kaltgetränk und die kühle Brise waren schon mal Weltklasse. Wir konnten sogar den Start und die ersten Runden der MotoGP vom Sachsenring schauen. 

 

In Sibenik angekommen und der obligatorischen Dusche wurde eine kleine Stadterkundung angesetzt, die mit einem netten Essen am Hafen ausklang. 

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Von Baska Voda nach Sibenik (150 km)
Nicht an der Wand, aber an der Küste entlang, gehts Richtung Norden.
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Tag 12, 20.06., ca. 240 km, 2411km ttl, von Sibenik - Plivicer Seen
Nach dem netten Nachmittag in Sibenik, das mich doch positiv überrascht hat, war es Zeit weiter zu fahren. Weg von der Küste, ins Landesinnere. Sibenik hat eine nette Altstadt und in Verbindung mit Wasser und Hafen wirklich nett. Von der Unterkunft zum Hafen waren es nur ein paar Minuten und ein netter kleiner Laden mit Baklava wurde zielsicher angesteuert. 
Wir wollten die Stadt mal von oben sehen und waren auf dem Weg zur Burg, die allerdings wegen Vorbereitungen für ein Konzert gesperrt war. Der Friedhof lag fast genauso hoch und wir haben die Bilder von oben noch noch bekommen. Ein leckeres Abendessen rundete den Tag noch ab.  
Es sollte nun aber weiter gehen. Ich hoffte, dass die Strecke nicht so nervig wie einige Tage zuvor, als wir nach Basca Voda fuhren. Zu viel von Dörfern, Geschwindigkeitsbegrenzungen und dummen Autofahrern ließen meinen Puls nach oben schnellen. Heute war es genau anders. Erster Stop war ein National Park ähnlich der Plivicer Seen. Da wir aber auf laufen keine Lust hatten, fuhren wir ein kleines Stück am Rand des Parks entlang. Das war schon wow. 
Die Strassen waren top und wir kamen immer weiter ins Landesinnere. Kaum waren Autos zu sehen und wir folgten dem Tracks des Navi. Es ging immer weiter rauf in die Berge mit Kurvenkombinationen in jeder erdenklich Variation, bis die Strasse dann in Schotter überging. Das war unser Umkehrpunkt, sollte es doch auf dem losen Untergrund ins Tal gehen. Der Blick runter war schon die Belohnung genug da hoch zu fahren. Jetzt durften wir diese coole Strecke sogar ein 2tes Mal fahren. 
Zurück an der nächsten Kreuzung gings auf Asphalt weiter. So kamen wir auch ins Tal und an unseren Mittagsstop, der auch etwas mit Wasserfällen zu tun hatte. Das Weiterfahren fiel uns schon schwer. Der nachfolgende Weg hat uns durch eine tolle Berg- und Talfahrt wieder belohnt. 
Wir kamen dem Ziel näher, wollten vorher aber noch nach Zeljawa, einem alten Flugplatz, der mit Platz für 80 Flugzeuge in einen Berg gebaut wurde. An der Einfahrt steht eine alte DC-3 in Militärversion. Die musste natürlich als Litfaßsäule für unsere Aufkleber herhalten. Wir haben uns die Kaverne für die Flugzeuge angeschaut. Leider haben die Serben das Teil mal versuchsweise in die Luft gesprengt. Es ist stockfinster dort drin, wirklich ein wenig spucky. 
Die Startbahn musste natürlich noch abgefahren und auf Platte gebahnt werden. Die restlichen 20km zur Unterkunft waren schnell zurück gelegt. Unsere Vermieter haben uns Abends mit frischer gebratener Forelle bzw. Fleisch bewirtet und uns nach 2-3 Bier ins Bett geschickt. 
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Von Sibenik an die Plivicer Seen (240km)
Es geht von der Küste an die berühmten Seen, an denen mal einiges an Winnetou Filmen gedreht wurden. Hier werden wir 2 Tage bleiben. Dabei werden wir uns auch den verlassenen Flugplatz ansehen, bei dem bis zu 60 Flu8gzeuge in einem Felsen Platz hatten.
2006_Šibenik - House Samardzic, Jezerce
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Tag 13, 21.06., Plvicer Seen Tour
Nach einem ausreichenden Frühstück wollten wir gegen 10:00 am Parkeingang sein und uns die Seenlandschaft anschauen. Viele andere wollten das auch. Wir sind über Eingang 2 rein und bis Eingang 1 über die Route F gelaufen, zum Teil mit dem Boot gefahren, Ist alles nett anzusehen, aber leider völlig überlaufen. Nach ca. 4 Stunden wars vorbei und wir auf dem Weg zurück zur Unterkunft. 
Morgen gehts stramm zurück und wir verlassen Kroatien, durchqueren Slovenien und kommen bis in die Nähe von Villach.

Tag 14, 22.06, 433km, 2844km ttl, Plivicer Seen nach Oberweißburg 

Das wir auf dem Rückweg waren, war ja klar. Nach einem Tag Pause an den Seen, stand uns heute eine der Langestrecken bevor. Die Temperaturen waren morgens noch erträglich und wir kamen recht gut voran. Eine erste Baustelle trieb dann die Kerntemperatur in den Anzügen wieder nach oben. 

Durch die Vorgaben im Navi konnten wir auch einen kleinen Bergkamm aufklären, der sich doch einige km durch die Landschaft zog. Die ein oder andere Pause war nötig, zumal auf der schmalen Strasse wieder mal volle Konzentation angesagt war. Wir erreichten die Grenze und mussten wieder 2x den Ausweis zücken. 

Wir waren in Slovenien und uns schnell darüber klar, dass wir die Autobahn nehmen. 150km für 7,50€ waren gut investiert. Endlich mal Strecke machen. 

Natürlich mussten wir irgendwie nach Österreich rüber, der Wurzenpass wurde ein weiteres Mal geentert, wobei die  südliche Rampe besser ausgebaut ist als die österreichische Nordrampe. 

Ab jetzt keine Autobahn mehr und über Villach ging es in Richtung Ziel. Zum Abschluss durften wird uns die Katschberg Bundesstrasse geben, die richtig Spaß gemacht hat. Die Temperaturen waren auf erträgliche 22 Grad runter gegangen und wir rollten bei unserer Pension auf den Hof. Der Chef schloss die Garage auf und gab für uns auch noch das Taxi zum nächst gelegenen Gasthof. Morgen gehts nach Nürnberg. 

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Von den Seen nach Deutschland (425 km)
Es geht dem Ende zu. Wir verlassen den Balkan und es geht durch Slovenien & Österreich zurück nach Bayern. Das wird wieder eine Mega Ritt mit den 420km Das Weißbier am Abend haben wir uns sicher verdient
2206_Plitvica Selo - Oberweissburg 12.gp
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Tag 15, 23.06., 460 km, 3299 km ttl, Oberweißburg nach Nürnberg (460 km)

Nachts regnete es...endlich. Was für ein Geräusch. Es zogen kleine Nebelfelder durch die Bäume und 15 Grad war die Anzeige am nächsten Morgen. Unsere holländischen, eher niederländischen Herbergseltern gaben sich alle Mühe mit dem Frühstück. Ja, richtig gelesen. Niederländer, die den Gasthof übernommen hatten. Auf jeden Fall auch für den Winter ein Tipp. Das Skigebiet ist nicht weit weg und die Zimmer tipptop in Schuss. 

 

Wir sollten heute eine der längeren Strecken hinter uns bringen und es ging gleich erst mal aufwärts. Der Flow stellte sich gleich wieder ein, Kurvenspaß am Morgen. Wir wollten direkt den Weg nach Norden nehmen. Leider war die Straßenbaubehörde anderer Meinung und hatte kurzerhand die Strasse gesperrt. Kurzes Palaver aller Teilnehmer. "Pickerl kaufen und auf die Bahn?" " Nö, lass mal das nächste Tal nehmen, kenn ich, is cool zu fahren". Ok, erst mal 20 min wieder zurück und den nächsten Abzweiger in Richtung Maria Alm, Dietener Sattel genommen.

Da langsam ein Hunger aufkam, sind wir bei dem Schild "Heimatküche" rausgefahren. Richtig klasse, der Hofladen, tolles Essen, Megakuchen und die eine Stunde Pause verging wie nix. Wir müssen weiter und sind kurz nach der German Border auf die Autobahn, Leichte Staus um München rum versauten unseren Schnitt. Am Ende sind wir dann in Nürnberg angekommen und das bei lauschigen 32 Grad. Die globale Erwärmung kommt nicht, die ist schon da.

 

Ein doch anstrengender Tag ging mit 2 Bier und Schäufele zu Ende. Wir haben uns dann nach 14 Tagen auch voneinander verabschiedet, weil wir am nächsten Tag doch  in verschiedene Richtungen fahren wollten. Benny war ohnehin schon zu Hause. 

 

JEDERZEIT WIEDER, Männer. Das war total schön mit euch. Danke, dass ich dabei sein durfte. 

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Von Oberweissburg nach Nürnberg ( 460km)
Es geht am wilden Kaiser entlang zur deutschen Autobahn (keine Maut) in Richtung München nach Nürnberg, wo sich Benny verabschiedet. Ein ziemlicher Ritt. Wir entscheiden vermutlich spontan wie weit wir auf der BAB bleiben
2306_Oberweissburg -Nürnberg, zur Friede
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Tag 16, 24.06, 600km, 3899 km ttl, von Nürnberg nach Hause 

Das dicke Ende sollte also heute kommen. Um 06:30 zeigte der Blick aus dem Fenster, na was? Regen. Mir wars egal, kommt halt noch eine weitere Lage drüber. Kurz nach 07:00 startete die BMW in Richtung Autobahn. Landstrasse sollte heute keine unter die Räder kommen. Der Regen war da, mir wars egal. Statt die A73 und A70 über Bayreuth zu fahren, bin ich die A7 nach Würzburg. Hunger stellte sich ein, der Tank sollte auch gefüllt werden. Mit der Tankfüllung sollte ich auch bis zur Homebase kommen. Ein leckerer Toast und ein grosser Kaffee vom goldenen M waren schnell gezogen und vertilgt. Die Regenklamotte verschwand erst mal wieder im Koffer. Das Hinterteil hatte sich auch dran gewöhnt, heute Kilometer abzureissen. Bis kurz vor Hannover lief alles super. Tempomat auf 120 und die Zahl bis zum Ziel wurde immer kleiner. 

Dann doch noch mal die Regenjacke an und die letzten km abgespult. 

Leider machte die Kamera auf den letzten Kilometern dann schlapp und nahm keinen Ton mehr auf. Um 13:45 lief ich vor der Haustür ein und eine klasse Tour ging nach 3900km zu Ende. 

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Von Nürnberg nach Halle (285 km)
Es geht direkt gen Norden nach Halle. Hier wird sich die Gruppe auflösen und ich werde am nächsten Morgen direkt nach Hause düsen. Damit geht eine hoffentlich schöne Tour zu Ende.
2406_Nürnberg - Halle, Am Krähenberg1.gp
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